Wer hat Euch eigentlich ins Gehirn geschissen und das Umrühren vergessen?

Ich mußte mal etwas Dampf ablassen, dieser Rant ist mit Vorsicht zu genießen.

Seit Tagen ist Ryas Leckgate hier Thema. Ich wollte es eigentlich ignorieren in der Hoffnung, es geht von alleine weg. Heute habe ich in mein Postfach geschaut. Auf der Mailingliste dominiert der Thread „Piraten-Geschäftsführerin warnt Fraktion vor Auflösung“. Das ist mal wieder einer von diesen Sahne-Threads. Es gibt keine Substanz, aber man schäumt es auf. Man schäumt und schäumt und schäumt, damit man noch mehr Sahne verspritzen kann. Dabei erinnert dieses Verhalten vor allem an Masturbation: eine Tätigkeit die keinen anderen Zweck erfüllt, als die Selbstbefriedigung.
Ich muß Euch dringend was sagen: ihr kotzt mich an. Ich kann gar nicht soviel Essen, wie ich kotzen muß. Aber der Reihe nach:

Die Sache mit der Lebenszeitverschwendung
Es ist immer wieder der gleiche Ablauf: Irgendwer™ tut Irgendwas™ (in der Regel etwas völlig unwichtiges). Die Presse nimmt es, verdreht es, bauscht es auf und speit es aus in die Welt. Die Welt™ denkt so: aha. Dann geht die Welt™ weiter ihrem Alltag nach. Damit könnte die Sache eigentlich erledigt sein. Aber nein! Irgendein Pirat greif es auf, es mißfällt ihm. Natürlich hat er die Weisheit mit Löffeln gefressen, er weiß genau wie man sich in der Situation richtig hätte verhalten müssen! Er weiß, daß diese Meldung jetzt wirklich zur Folge hat, daß wir alle sterben! Die Partei ist am Ende! Das Grundgesetz brennt lichterloh! Jetzt legt dieser Pirat überall verbale Feuer, er facht Shitstorms an, er prangert, er zetert, er empört sich. Und das macht er natürlich nicht allein. Piraten sind Schwarmtiere, schon ziehen ganz viele mit. Die inhaltliche Arbeit, die orginsatorische Arbeit, all dieser unwichtige Scheiß muß jetzt erstmal warten! Es geht schließlich um die Außendarstellung! Oh mein Gott. Die Außendarstellung!!!
Dann nimmt das ganze unwürdige Spiel seinen Lauf. Ein wütender Mob aus Piraten nimmt die in der Presse benannten Personnen ins Visier und dann wird losgefeuert. Verbale Gewalt in 140 Zeichen, offene Briefe, Parteiausschlußverfahren, Anzeigen und mehr, das ganze Repertoire des faschistoiden Spießbürgertums wird runtergeleiert. Der ganze Scheiß mündet in einen gewaltigen Shitstorm. Jetzt hat die Presse erst recht was zu schreiben. Sie braucht auch gar nicht mehr aufbauschen, denn der Shitstorm liefert ja genug Skandalfutter. Die Welt™, die längst schon vergessen hat, worum es ursprünglich mal ging, sieht wie die Piraten untereinander mit sich umgehen und denkt sich so: ganz schön asoziales Pack diese Piraten. Und recht hat die Welt™.
Währenddessen, irgendwo weit hinten im Maschinenraum der Piraten, außerhalb des Blickfeldes des Mobs: ein paar versprengte Piraten arbeiten einen Monat lang fast jeden Abend daran, das NiSchG zu analysieren, die geplanten Änderungen daran nachzuvollziehen und für die Fraktion aufzubereiten. Nebenbei wurden noch Vorlagen für Änderungsanträge seitens der Fraktion erarbeitet. Was heißt ein paar versprengte Piraten? Maßgeblich wurde die Sache von 3 Piraten durchgezogen, davon 2 aus NRW und einer aus Berlin. Sporadische Unterstützung gab es von ca. 5 weiteren Piraten, wovon aber auch nur 4 tatsächlich aus NRW kommen. Es haben also ca. 5 NRW Piraten an dieser Sache mitgearbeitet. Das ist wenger als 1 Promille der Mitglieder dieses Landesverbandes. Während jeden Tag und jeden Abend einen Haufen Piraten Zeit haben, über Skandälchen auf Mailinglisten abzulästern oder Shitstorms auf Twitter zu veranstalten, gibt es für die Bearbeitun eines tagesaktuellen wichtigen politischen Themas, was uns alle betrifft 5 Piraten.
Ja, und ich höre schon die selbstgefällige Frage eines arroganten Sesselpfurzers: warum wurde denn da nicht um Mithilfe gebeten? Ganz einfach, wenn die Fraktion ein Thema in einen AK kippt, dann kommt das direkt aus dem Politikbetrieb. Da muß man schnell reagieren und Lernen mit dem Auszukommen, was man hat. Da gibt es kein „So wie der Politikbetrieb es mir vorgibt, so gefällt mir das aber nicht“, stattdessen hat man ein kurzes Zeitfenster, in diesem kann man Position beziehn, kann man die Möglichkeiten zur Mitgestaltung nutzen, oder man läßt sie verstreichen. Wenn der Zeitpunkt kommt, dann ist da keine Zeit um erst jemanden einzuweisen. Deshalb ist jemand der seine Hilfe erst dann anbietet keine Unterstützung. Ein Helfer, den ich erst anlernen muß, der stielt mir nur die Zeit. Jemand, der sich erst noch ins Thema einlesen muß, der ist zu spät. An so einer Stelle braucht es Piraten, die sich regelmäßig in einem AK oder sonstigem Vehikel treffen. Da braucht es Leute, die seit längerer Zeit in einem Thema eingearbeitet sind, die einen Überblick über aktuelle Geschehnisse haben und die sich in einem funktionalen Arbeitsmodus organisiert haben.
Davon gibt es aber viel zu wenige. Man möchte ja Rebell sein. Vorallem möchten man aber seine Unabhängigkeit nicht durch Positionierung aufgeben. Wer Arbeit macht, kann halt nicht unbefreit lästern, denn wer Arbeit macht biete Angriffsfläche. Es ist doch viel bequemer, von der eigenen Sensationslust vorangetrieben sich an Skandal nach Skandal aufzugeilen.

Ansage Nr. 1:
Hört auf Zeitung zu lesen und Fernsehen zu gucken, wenn Ihr damit nicht umgehen könnt! Hört auf Euch selbst und andere Piraten in die Beschäftigung mit Luftblasen (bzw. Presseberichte) reinzuziehen. Wenn Ihr sowieso nichts mit an den Tisch bringt als Gemecker und Zersetzung, dann verpißt Euch einfach, niemand wird Euch vermissen.

Die Sache mit der verbalen Gewalt
Es läßt sich beobachten, daß die Fraktion bei Einigen in kürzester Zeit vom Status „Mein Kandidat“, dem man zujubelt in den Zustand „Freiwild“, wo man gerne auch mal draufprügelt, gewechselt ist. Einige unter uns sind sogar so rebellisch, daß sie die MdLs mittlerweile als zu bekämpfenden Teil des Establishments verstehen. Ich muß Euch sagen: Ihr habt gar nix verstanden. Das wäre auch nicht weiter schlimm, wenn Ihr denn wenigstens eine gute Kinderstube genossen hättet.
Die Piratenpartei ist seinerzeit mal ausgezogen um die Politk zu verändern. Wir haben uns einen menschlichen Umgang miteinander in der Politik gewünscht. Um diese Veränderungen zu realisieren, sind wir ausgezogen und haben einen Wahlerfolg erkämpft. In Folge dessen durften wir eine Fraktion in den Landtag schicken. Meine Vorstellung davon war immer gewesen: wir wählen Leute aus unserer Mitte aus die wir mögen und schätzen. Dann schicken wir sie in ein unmenschliches und asoziales System, nämlich den vorherrschenden Politikbetrieb. Und wenn unsere Leute dann von da zurück kommen, wenn sie die Fresse voll bekommen haben, weil sie für das kämpfen, was uns allen wichtig ist, dann kehren sie heim in unsere Mitte, wo sie Unterstützung erhalten und wo sie ihre Kräfte regenerieren können.
Dieser Traum ist schon lange zerplatzt. Es wundert mich gar nicht, daß die Fraktion längst nicht so transparent ist, wie sie uns das mal versprochen haben. Die müssen sich nicht nur vor ihren politischen Gegnern schützen, die müssen sich vor uns schützen. Eine Überschrift wie „Porno-Rya tanzt mal wieder auf dem Boulevard“ kommt aus unserer Mitte! Es ärgert mich auch ungemein, daß in diesem Falle die verbale Gewalt auch noch sexualisiert wird und zwar, weil es gegen eine Frau geht. Aber das ist hier nicht mal der wichtigste Punkt. Die Rya, das ist die Birgit. Die ist eine von uns. Auf Parteitagen sitzen wir neben Ihr. Sie ist ein Mensch. Sie hat verdammt noch mal Respekt verdient.
Ihr laßt Euch auf eine Diskussion ein unter dem Titel „Porno-Rya“. Schämt Ihr Euch nicht? Stellt Ihr Euch auch vor die Birgit hin, wenn Ihr ihr was mitteilen wollt und sprecht sie mit Porno-Rya an? Nein, das tut Ihr nicht. Dazu seit Ihr entweder zu feige oder Ihr habt tatsächlich genug Anstand im Leibe um zu wissen, daß das hochgradig verletzend ist. Wie meint Ihr ist es so für die Birgit, wenn tagelang unter diesem Betreff über sie diskutiert wird? Heute dann der nächste Clou, da nimmt jemand die Überschrift aus der Bild als Betreff: „Twitter-Luder Birgit Rydlewski: Sprengt diese Sex-Piratin die Landtagsfraktion in NRW“.

Ansage Nr. 2:
Wenn Ihr der Auffassung seid, daß in der Politik nur Leute mitspielen dürfen, die sich schön mainstreamkonform verhalten, dann habt Ihr was an demokratischer Beteiligung nicht verstanden. Ihr könnt Euch dann ja gerne in die Reigen der lebenden Untoten einreihen, die Götzen aus der alten Welt anbeten während sie ins ewige Siechtum der Verblödung tanzen. Ich habe gehört bei der SPD wird noch genau nach solchen Leuten gesucht. In einer Bewegung, die für mehr Menschlichkeit steht, die Beteiligung für alle am Politikbetrieb fordert, da habt Ihr nix verloren.

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74 Gedanken zu „Wer hat Euch eigentlich ins Gehirn geschissen und das Umrühren vergessen?

    • Das ist ja fast so gut wie Volker Pispers!

      Jetzt begreife ich langsam: Die Piraten sind eine Erfindung der „TITANIC“. Das passt ja auch irgendwie, oder?

      Karl (ehemaliges Noch-Mitglied der TITANIC-Partei, sorry Piratenpartei)

      • Du hat gar nichts begriffen. Um genau solche unqualifizierten Kommentare wie diesen, deinen, geht es hier schließlich.

  1. Ist es wirklich verbale Gewalt, wenn die betreffende Person vorher folgendes getwittert hat?
    „Wenn es manchmal so komplett absurd wird, möchte ich einfach in einer öffentlichen Sitzung irgendeinen Porno aufrufen. Mit Ton.“
    https://twitter.com/_Rya_/status/194002375793586176
    Ich habe als Kind gelernt: wie man in den Wald hineinruft, so kommt es wieder heraus. Wenn sie nicht mit Pornos in Verbindung gebracht werden will, sollte sie es einfach nicht selber tun. Wer nicht will, das man ihn – auch harsch – kritisiert – sollte nicht für ein Mandat kandidieren.
    Dieser Post tut auf heuchlerische Art und Weise, als ob diese Bezeichnung als Mobbingattacke aus dem nichts gekommen wäre. Es gibt hier kein unschuldiges Opfer, über welches ein ekelhafter Mob herfällt. Es gibt nur Leute, denen eine gewisse soziale Kompetenz fehlt und die es komplett satt haben ihre harte Arbeit von unwichtigem Mist überschattet zu sehen. Ryas Verhalten ist asozial allen hart arbeitenden Piraten gegenüber. Der Mist beherrscht die Medien, andere Artikel (Insider: Bild-Artikel über inhaltliche Arbeit) werden durch Selbstinszenierung ersetzt. Rya hat das Recht sich so in Szene zu setzen. Das ist Meinungsfreiheit. Andere haben das Recht das zu kritisieren. Auch das ist Meinungsfreiheit. Ich habe in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass Kritik umso konstruktiver und höflicher ist, je rücksichtsvoller der Mensch ist, der Ziel der Kritik ist. Wäre dies ein Einzelfall, wäre die Kritik in ihrer aktuellen Form stark übertrieben und ich würde mich diesem Blogpost anschließen, aber das Ganze hat eine Vorgeschichte. Ich habe niemals die angeprangerten Begriffe verwendet und empfinde sie als unnötig verletzen, aber ich kann diejenigen, die es tun durchaus verstehen; irgendwann reist manchen Leuten einfach die Hutschnur.
    Dieser Blogpost kommt er einer virtuellen Ohrfeige gleich, die alle abgekommen, die tatsächlich unprovoziert gemobbt und fertig gemacht werden. Diese Qualität war nach der Überschrift allerdings auch genau so zu erwarten. Wer Reflexion fordert, sollte zunächst selbst reflektieren. Auch das habe ich als Kind gelernt: Man sollte zuerst vor der eigenen Haustür kehren.
    – Anonym, weil die Gutmenschen in dieser Partei leider genauso gut mobben können.

  2. Habe vielleicht etwas zu lang geschrieben – das Folgende steht ebenfalls als Kommentar im Bloghttp://blog.spackeria.org/2012/11/13/post-privacy-und-politiker/#comment-1659 – wiederhole es dennoch hier:
    Es wäre wirklich lustig, wenn man sich von der ‘Bild’ und deren PrüderieAngriffen trollen lassen würde. 🙂
    Natürlich kann ich nicht für alle Wähler sprechen, denke aber, dass die 30 bis 40 Prozent, die die Piraten wählen würden, sich keineswegs von solchen Kinkerlitzchen beeindrucken ließen.

    Selbst wenn die Piraten zu öffentlichen GruppenSexActions aufrufen würden, ließe das die Attraktivität der Piraten nicht sinken – okay, dann müßten vielleicht doch mehr Ladys in die SpitzenPositionen – aber das kommt sowieso.^^
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele Wähler bei den Piraten viel Kompetenz für sachliche, ernste Politik verspüren, sei es, wenn es um die ganzen AbmahnungsFluten geht, sei es, wenn es um alle Fragen, welche mit IT zu tun haben, geht, sei es, wenn es um Themen, wie Menschlichkeit, Liberalität und Seele geht.

    Dass die SystemPresse und deren (K)Lobby davor Angst haben, ist klar, seit die Piraten aus dem Nichts heraus beinah auf 10 Prozent gekommen sind. Dieser Hype hat eigentlich einen gewaltigen Sog erzeugt, der die 30 bis 40 Prozent durchaus realistisch erscheinen lässt.
    Allerdings kamen auch gleich aus allen Ecken irgendwelche erfolgshungrigen Etepetete DisziplinierungsTypInnen an… und haben das Klima bei den Piraten ziemlich versaut… und zwar nicht im sexuellen Bereich – sondern mit ihrem KleinGeist. Kleingeist drängt dazu, sich wichtig zu machen, indem er Mücken zu Elefanten aufpustet… und indem die wirklich großen Ideale zerkrümelt werden.

    Nun – ich bin ein durchaus sehr kritischer Mensch… und mache mich nirgends ausgesprochen beliebt. Sehr harsch habe ich den derzeitigen BundesVorstand angetweetselt, weil ich ihn für den kleingeistigen Trend (eine hoffentlich schnell vorübergehende Erscheinung) verantwortlich mach(t)e. Ich war (oder bin es teilweise immer noch) davon überzeugt (eben weil das mein Eindruck oder meine Einbildung war), dass es bei den Piraten soetwas wie eine ‘Feindliche Übernahme’ gegeben hat! Den BuVo’s jedoch die ‘Rote Karte’ zu zeigen, ohne auch mit der Partei zu schimpfen – das wäre sehr ungerecht.
    Wirklich gibt es einen teilweise schrecklichen Umgang von Piraten untereinander (das gibt es auch in anderen Parteien, man erinnere sich bspw., wie eiskalt Lafontaine Mister Scharping abgesetzt und ‘entfreundet’ hat, ebenso wie später dann Lafontaine von Schröder ‘kalt gestellt’ wurde). Alle diese Verletzungen sind gemein, sie sind ungerecht aber sie sind echt. So ging es früher in jeder ‘anständigen’ Familie zu (weiß ja heute kaum noch Jemand, was das ist): Es gibt heftigen Streit, es gibt totales Geschrei… und dannach ist (fast) Alles wieder gut (oder besser).

    Deswegen sage ich jetzt: Sorry bitte, wenn ich da übers Ziel hinausgeschossen habe!
    Was ich damit zeige? Bei Piraten… und auch NichtPiraten… ja sogar NichtWählern geht das: Man kann sich ‘anpissen’… und sich dann ein- oder beiderseitig wieder einkriegen. Also wenn sich die Piraten noch eine Weile zerfleischen, ist das völlig okay – solange am Ende die Menschen die Oberhand gewinnen – und nicht die reinen Bürokraten.

    Kompetente SachPolitik… und pseudodrohgefährliches Angewichse sind keine Dinge, die sich grundsätzlich ausschließen – im GegenTeil: Diese Mischung ist witzig, kreativ und spannend.
    Als Anregungung empfehle ich, noch einige ‘HurRen’ (…wie gendert man das nur männlich?)^^ für SozialPolitik zu gewinnen, ebenso wie Legastheniker für BildungsPolitik. Einige SchülerSprecher könnten die RentenModelle erklären, LangZeitArbeitslose, welche das WirtschaftsSystem durchschauen, sollten als Berater fungieren usw.. Nein, das ist keine Ironie! Jedem vernünftigen Menschen ist inzwischen aufgefallen, das bei den etablierten (und abgehobenen) Parteien all diese Kompetenmzen verlorengegangen sind – als Wähler hofft man einfach, dass die Piraten da fiter sind. Sollte sich allerdings der KleinGeist, die Ängstlichkeit (etwa vor etwaigen Fehlern oder FettNäpfchen) und die Prüderie zum MarkenZeichen der Piraten entwickeln, dann wird es eben eine nächste Bewegung geben, die es noch konsequenter schafft, den neuen sozialen, libertären Geist – der keinen Feind auf dieser Welt mehr kennt, der ruft: ‘Kein Mensch ist illegal!’ – zu befördern. Aber noch ist es nicht soweit – die Piraten sind j e t z t dran – sie haben das Zeug, ganz viele Menschen begeistern zu können – und mit einem Lächeln, werden sie den ärgsten Skeptikern und verschlossensten Konservativen ebenfalls ein Lächeln entlocken, wenn sie bei ihrer alten Einladung bleiben (bzw. zurückkehren): Jeder darf dabei sein!

  3. Vielen dank fur dein Post. Ich denkegenau deswegen haben wir so wenig transparenz in Deutschland. Jede Kleinigkeit kann fur eine Person zum Desaster werden. Deshalb macht man alles hinter verschlossenen Turen!

  4. Meine Sympathie zu euch Piraten geht nun wieder auf den Nullpunkt zu. Es reichte an sich schon der Titel deines Blogposts um zu wissen, dass jetzt nur die Weiterführung aller Shitstorms dieser Welt kommen kann. Von jemanden, der glaubt alles richtig zu machen und sich ungerecht behandelt fühlt, weil seine Leistung nicht respektiert wird. Du musst doch wissen, dass es nie einen letzten, klärenden Post in der Geschichte des Internets gegeben hat.

    Zurück zu den Piraten: Euer grösste Fehler ist der ewige Zeigerfinger auf den ach so asozialen und unmenschlichen Politikbetrieb, der euch so kaputt macht. Dabei habt ihr folgendes vergessen: Der Politikbetrieb ist nur Spiegel des Volkes. Er bedient, was sein Volk und seine Presse sich unter professioneller Führung vorstellt. Das bekommt man nicht in einer Generation aus den Köpfen raus. Die meisten Menschen sehen den aktuellen Politikbetrieb als unveränderbar, gesetzt an. Wenn ihr ernstgenommen werden wollt, müsst ihr noch viel härter arbeiten, noch viel kritischer mit euch selber sein und noch viel mehr aufpassen, was ihr in die Öffentlichkeit posaunt als jeder andere Politiker in jeder anderen Partei. Euer Problem ist, dass ihr neue Politik innerhalb alter Denke machen müsst, was mir von Tag zu Tag unmöglicher erscheint.

    Das Handeln jedes Einzelnen kann auf Dauer mehr ändern als jede Partei.

  5. wow, danke! ich hab mich schon gefragt, ob die Piraten mittlerweile komplett aus dem Twitter-Lynchmob bestehen, oder ob es auch noch Leute gibt, die man wählen kann. Gut zu wissen, dass da noch eine handvoll echte Menschen hinter stehen, die Politik machen wollen.

  6. Ich gebe dir zwar Recht – und zwar zu 100%
    Aber bedanken darfst du dich bei MdL Höffinghof und Konsorten, die die Kunst der Heiße Luft Geschreis erfolgreich betrieben haben, um unliebsame Menschen zu Mobben.

    Vergessen wir das bloß nicht.

  7. Dem ist nichts hinzuzufügen.
    Wir Piraten wollen keine dickfelligen, bräsigen Politiker und sorgen andererseits dafür, dass genau die überleben und die sensiblen, normalen Leute untergehen.

  8. „…daß in diesem Falle die verbale Gewalt auch noch sexualisiert wird und zwar, weil es gegen eine Frau geht.“ &
    „Ihr laßt Euch auf eine Diskussion ein unter dem Titel “Porno-Rya”. Schämt Ihr Euch nicht?“
    DANKE für diese Ansagen (und auch für alle anderen)!

    Gegen Kindergarten, gegen verbale Gewalt, FÜR mehr Durchblick, Intelligenz und ein niveauvolles Miteinander!

  9. Dem möchte ich vorbehaltlos zustimmen, nur eine Sache: Du schreibst unter Ansage Nr. 1:
    „Wenn Ihr sowieso nichts mit an den Tisch bringt als Gemecker und Zersetzung, dann verpißt Euch einfach, niemand wird Euch vermissen.“

    Wäre es da nicht viel effektiver, diesen Leuten nicht zu empfehlen zu gehen, sondern sie auszuschliessen? Die Piratenpartei ist eine PARTEI, dh es geht um Politik. Es geht darum, Politik zu machen. Wer nicht daran interessiert ist Politik auf einer politischen Ebene zu betreiben, sondern lieber auf Boulevardniveau herumzukaspern ist ganz offensichtlich nicht geeignet für irgendeine Form von politischer Beteiligung. Und noch viel schlimmer ist es, wenn diese Personen sich nicht nur nicht politisch beteiligen, sondern zusätzlich (vorsätzlich?) Andere behindern, politisch aktiv zu sein.

    Offenheit und Transparenz schön und gut, Basisdemokratie ebenfalls und auch, das wirklich jeder mitmachen darf. Doch da liegt der Hase im Pfeffer: mitmachen muss man schon wollen, jedoch zumindest nicht andere behindern, die dies wollen.
    Wer nicht politisch mitmachen will, wer sich einzig und allein destruktiv einbringt, wer Politik als sonderbare Form der Freizeitgestaltung versteht, wer die Piratenpartei als Spaßpartei ansieht, der hat politische Arbeit nicht verstanden, will/kann sie nicht verstehen oder verfolgt ganz andere Ziele und sollte aus der Piratenpartei zugunsten von Leuten, die sich beteiligen wollen, aber durch genau so ein Verhalten abgeschreckt werden , ausgeschlossen werden können.

    Das soll kein Angriff auf Kritik an Parteimigliedern generell darstellen, denn die muss, kann und soll es geben dürfen. Jedoch meine ich, gilt es zwischen konstruktiver, respektvoller, förderlicher Kritik und destruktivem, spaßgetriebenen Bashing zu unterscheiden.

    Politik ist keine Debatte mit Unbekannten auf SPON, es geht um mehr, es geht um das reale Leben, es geht um wirkliche Ziele und es geht um eine reale Zukunft.

  10. Dazu wünsche ich mir Mal einen ausführlicheren Artikel für Outsider.

    „Währenddessen, irgendwo weit hinten im Maschinenraum der Piraten, außerhalb des Blickfeldes des Mobs: ein paar versprengte Piraten arbeiten einen Monat lang fast jeden Abend daran, das NiSchG zu analysieren, die geplanten Änderungen daran nachzuvollziehen und für die Fraktion aufzubereiten. Nebenbei wurden noch Vorlagen für Änderungsanträge seitens der Fraktion erarbeitet. “

    Was habt ihr da im AK gemacht? Wen musstet ihr fragen? Nichtraucherschutz ist ja kein selbstverständliches Thema für Piraten, denn egal, welche Position man entwickelt, man greift in die Freiheit einer großen Bevölkerungsgruppe ein. Welche Fakten werden erhoben, um so eine Position zu entwickeln? Wie muss man die Basis einbinden? Und wie erfährt man, was man tatsächlich bewirken kann?

  11. Pingback: Lesebefehl | Die wunderbare Welt von Isotopp

  12. Danke. Ich habe mir bei den Piraten wohl mittlerweile viel zu viele dicke Pullis übereinander angezogen, um noch selbst sowas zu schreiben. Danke.

  13. Ja, spricht mir voll aus der Seele…
    Wird aber wohl auch nichts ändern, wir werden auch damit leben müssen… 🙂

  14. Kann mich den anderen nur anschließen. Sehr deutliche und gute Worte zu einem nervigen Zustand. Wenn ich Kandidaten wollte, welche nach einer Wahl von der eigenen Partei gestürzt werden, würde ich SPD wählen.

  15. Hey,

    Steckt viel wahres drin. Genau wegen dieser Einstellung bin ich bei den Piraten ausgetreten.

    Man befindet sich in einer AG, man will programmatisch arbeiten, aber das will anscheinend gar keiner. Positionen formuliert man allein zu organisierten treffen der AG kommt keiner. Wenn man forenthreads aufmacht schreibt keiner was.

    Denn der Großteil setzt sich mit irgendeinem Threads auseinander wo mal wieder ein Artikel über die Piraten rausgekommen ist. Da wird dann gemotzt bis zum geht nicht mehr. Wie beim guten alten Stammtisch mit 10 Bier intus.

    Und zwischendrin sind dann noch die Mitglieder, die sich um gar nix scheren. Die sich nirgends organisieren, nicht kommunizieren ihre Position niederschreiben und nichts anderes wollen als diese Position irgendwie durchzudrücken.

    Auf die lpts schaffen es meist nicht mal die Hälfte der Mitglieder. Auf dem letzten bpt auf dem ich war waren etwas über 1000 Leute. Weniger als der lpt Bayern Mitglieder hat.

    Aufgrund dieser Erfahrungen habe ich folgendes verstanden :

    – Intelligenz scheint sich im Schwarm nicht zu addieren sondern zu subtrahieren deshalb funktioniert das auch nicht. Bei euch ist es wie bei allen anderen. Drei machen die Arbeit der Rest macht nix. In mitbestimmungsstrukturen organisiert sich keiner. Im Gegenteil solche Strukturen werden als schlecht empfunden. Gleichzeitig wird die Piratenpartei als Plattform der Selbstdarstellung und der eigenen Position benutzt. Die Fraktion also diejenigen die eigentlich Verantwortung übernehmen werden kritisch beäugt dass sie ja nicht zu viele Entscheidungen selbst treffen. Die Fraktion miss ja schon angst haben wenn sie den Mund aufmacht

    – die Piraten sind nicht basisdemokratisch. Basisdemokratie muss auch bedeuten dass die Basis entscheidet. Bei den Piraten gibt es die Möglichkeit und dennoch nimmt der Großteil der Piraten dieses Recht nicht wahr. Jede Entscheidung bei den Piraten auf lpts oder bpts waren Minderheitsentscheidungen. Im Endeffekt gibt es da auch null unterschied zum deligiertensystem der anderen Parteien.

    Anstatt über die etablierten das harte Urteil zu Fällen solltet ihr euch lieber sinnvolle Aspekte übernehmen.

    -Warum nicht die Teilnahme in ags verbindlich für Positionen machen sprich : wer ein Positionspapier im Bereich meinetwegen Bildung machen will MUSS das in Zusammenarbeit mit der AG machen. Dann wird über ein Thema auch mal in einem fachgremium diskutiert und es müssen sich zwangsläufig kompetenzgruppen herausbilden auf die auch die Fraktion zurückgreifen kann. Das ist in anderen Parteien üblich und sinnvoll.

    – warum nicht der Fraktion also den Leuten die Verantwortung übernehmen nicht auch mehr Spielraum geben. Warum nicht mal anerkennen dass solche Personen auch mehr zu sagen haben müssen. Das anzuerkennen heißt sich Gedanken darüber machen in welchem Rahmen sich das bewegt.

    – warum nicht mal ne wirklich standardisierte Vorgehensweise zwischen Basis und Fraktion etablieren. Z. B muss schnell eine Entscheidung getroffen werden gibt es eine anfrage an die AG. Die gibt zeitnah ne wohl begründete Empfehlung raus nach der sich die Fraktion dann richtet. Anträge und Forderungen der Basis könnten inhaltlich geordnet über die AG oder liquid Feedback weitergegeben werden. Fraktionen könnten sich monatlich mit allen ags treffen z
    B mit zwei Vertretern die pro AG die pro treffen rotieren. Die ags könnten sich auch untereinander treffen und sich abstimmen.

    Mit solchen Maßnahmen wäre die Basisdemokratie nicht beeinträchtigt, aber man wäre gezwungen anstatt eigenbrödlerisch vor sich hin zu gammel sich mit anderen zu treffen, zu diskutieren und einen Kompromiss zu finden. Und es gäbe mal Strukturen der Mitbestimmung.

    So wie es jetzt ist das sage ich ganz ehrlich gehe ich lieber zu ner etablierten Partei oder bleibe parteilos als mir das anzutun.

  16. Das gilt nicht nur für die Piraten. Diesen Satz werde ich mir einrahmen: „Wenn Ihr sowieso nichts mit an den Tisch bringt als Gemecker und Zersetzung, dann verpißt Euch einfach, niemand wird Euch vermissen.“

  17. Wenn die Fäkalsprache nicht wäre, könnte man sich auf den größtenteils Interessanten Inhalt konzentrieren, so ist es einfach nur ein Musterbeispiel für eine
    erschreckend, abstoßende Art sich auszudrücken. Die auch nichts anderes bewirkt, als die zurecht angeprangerten Schlammschlachten in den eigenen Reihen.

  18. Worin liegt der Unterschied zwischen dieser (zugegeben virtuos geschriebenen und menschlich verständlichen) Tirade und dem beklagten Shitstorm. Zumindest in der Form gibt es keinen. Ansonsten bleibt noch: die Anderen haben angefangen. Ein guter Rat: sich lieber nüchtern Gedanken machen über Strukturprobleme der Parteiarbeit, die in solchen Shitstorms zum Ausdruck kommen. Klingt vielleicht ein bisschen altväterlich, ist aber was dran.

  19. Hallo Piraten,

    Leute, ich kenn Euch nicht, bin auch (noch) kein Pirat. Aber eins kann ich Euch sagen: „macht Euch keine Sorgen, um Eure Partei und schon gar nicht um das Gerede der anderen. Die anderen Parteien haben einfach ganz große Angst – und das zu Recht. Denn die Bewegung der Piraten ist einfach ein ganz natürlicher Prozess der menschlichen Entwicklung. Wohin? Na, ein sich zum Leben hinwendender Prozess – mehr nicht. Immer mehr Menschen auf der ganzen Welt, mit täglich stark wachsender Zahl, erkennen aus reiner Vernunft und Überlebensdrang und vor allem aus Lebensfreude, die es ja wirklich geben soll, heraus, dass der bisherige Weg, der meist bestehenden Systeme gerade mit Volldampf gegen die Wand gefahren wird. Dies wird niemand mehr aufhalten. Wir können ggf. den Aufprall ein weinig dämpfen – mehr nicht.
    Die Piraten, also Menschen die nach Vorne und nicht nach Hinten in den Dreck schauen wollen, bilden den Übergang in das neue Zeitalter der Demokratie. Auch dies lässt sich nicht mehr verhindern. 🙂
    Würde jemand die Piraten auflösen wollen, würde es bundesweit noch am selbst Tag ein neue Partei geben.

    Daher macht Euch kein Sorgen, auch Ihr seid nur Menschen und daher auch menschlich in Eurem Verhalten. Auch ihr habt Angst und Lebensfreude. Auch ein großer Teil von Euch schläft noch, ist aber eben schon in der Aufwachphase – ab und zu. Wenn Ihr in die „alten“ Muster in denen ihr erzogen seid, zurückfallt, ist es so, als ab man nochma 5 min schlafen möchte. Daher seid nicht ganz so hart untereinander. O.K. Manchmal möchte jemand auch unsanft geweckt werden, so wie ich diesen Blog lese.

    Da Ihr gerade eine wichtige Rolle in unserer menschlichen Entwicklung spielt, werdet Ihr selbst täglich innerlich ein Gefühl des Zerreißens erfahren. Denn um neue Wege der Demokratie oder wir könnten auch sagen, ehrlichere Wege der Demokratie zu gehen, muss jeder für sich das alte Loslassen lernen — und das tut schon mal manchmal weh.

    Nehmt das Parteiinnere “hoch und runter“, nicht zu persönlich, denn es hat nichts mit Euch zu tun. Es ist gerade ein ganz normaler Entwicklungsprozess unserer Gesellschaften weltweit.

    “Wenn das Pferd (das alte unehrliche, zwar mit positiver Absicht motivierte, aber doch leider fast nur gekaufte Parteisystem) tot ist, steigt ab!“

    Piraten, Ihr könnt nicht verlieren, das kann ich Euch schon verraten.

    Wie Ihr evtl. schnell und den aktuellen Situationen angepasst, richtige große Wachstumsschübe bekommt, kann ich Euch auch sagen, wenn Ihr Interesse habt.

    Ich schau mir noch eine Weile, Euch Piraten an, komme zu Euch oder Gründe auch eine Art Piratenpartei, natürlich nicht mit dem selben Namen, aber mit der gleichen Intention, da nur noch diese Zukunft haben wird.

    Freut Euch, IHR schreibt gerade Geschichte!

    Mit freundlichen Grüßen,

    Jens Schaprian http://www.shujinko.de
    “Führe ganz und bleibe Mensch dabei!“

    • “Führe ganz und bleibe Mensch dabei!“

      Nein danke. Only sheep need a leader. Was für ein esoterisches Geseier.

  20. Seit Tagen überlege ich mir, ob ich zu dem ganzen bescheuerten Thema bloggen soll, habe mich lieber um Anträge gekümmert. Jetzt brauch ich nicht mehr dazu bloggen, jetzt ist alles schon gesagt! Danke!

  21. Twitter und ähnliche Plattformen sind als Shitstorm-/Flameverstärker bestens geeignet, das sie nicht thematisch, sondern nach Sozialstrukturen gegliedert sind und sich somit zumeist über die gesamte Sozialstruktur verbreiten — und dies mit hoher Geschwindigkeit.

    Auch thematisch gegliederte Strukturen wie das Usenet haben seit 1981 immer wieder Flames erlebt, die global das Netz durchgerüttelt haben, jedoch waren sie relativ selten. Streit innerhalb von Diskussionsgruppen war und ist jedoch Standard, hat jedoch auf die Gesamtuserschaft z.B. einer Sprachhierarchie relativ geringe Auswirkungen. Der Shitstorm ist also begrenzt.

    Über 30 Jahre Usenet-Geschichte haben gezeigt, dass gutes Zureden, Appelle an die Vernunft, Schlichtungsversuche nichts bringen, sondern bisweilen eher noch als Verstärker dienen. So wird auch dein Rant nichts bringen, obgleich ich dem in der Sache durchaus zustimme.

    Das beste wäre, Networks wie Twitter, Identica etc zu meiden bzw. nur dann zu nutzen, wenn Not am Mann ist, oder dringend irgendwelche Infos benötigt werden, etc.

    Realistisch betrachtet, ist dieses Ansinnen jedoch ebenso wenig durchzusetzen, wie die Erfolgsaussichten von Aufrufen zu besserer Diskussionskultur, mehr Menschlichkeit oder gutem Benehmen groß sind.

    Der einzige Erfolg ist, dass man selbst einmal Dampf abgelassen hat.
    Witzigerweise trägt man damit ungewollt als Shitstormverstärker bei (ebenso, wie vielleicht dieser mein Kommentar).

    Die beste Erfahrung, die ich aus jahrzehntelanger Erfahrung in Netzwerken geben kann, lautet daher: Finger ruhig halten, Finger ruhig halten, Finger ruhig halten! Und wer das das nicht kann, muss filtern. Ist so, vertraut mir! 😉

  22. Super und JETZT bitte noch den Aufruf zu sorgfältiger gewählten Überschriften auch selbst umsetzen. Von der Grundaussage her sonst völlig okay.

  23. „mainstreamkonform“ ist gut. Das seit ihr doch schon! Immer schön auf political correctness achten und zu allen anderen strittigen Themen die reflektorische Aufgeregtheit darstellen.

  24. Ich bin nicht aus NRW und hab das nicht so verfolgt, deswegen die Frage:

    Mit was ist Rya denn bisher positiv aufgefallen, was hat sie bewegt, gestaltet ,gemacht, was die Presse stattdessen hätte berichten sollen? Als sie als Kandidatin antrat, hat sie doch sicher irgendwelche Anliegen gehabt oder Ziele oder Vorhaben. Welche sind das? Und ist das mit dem intime-Dinge-twittern irgendwie zwanghaft bei ihr, oder macht ihr das einfach so Spaß? Ernstgemeinte Frage!

  25. Guter Post – hoffentlich bewirkt er auch mal was!

    Neben dem Verhalten und Fehlverhalten der Leute liegt das Dilemma aber eben auch in der Aufhebung der Trennung zwischen privat und politisch (bzw. Amt/Mandat/Funktion), die sich augrund der Kommunikation in sozialen Medien zwangsläufig ergibt. Piraten haben „schon immer“ gewtittert und auf vielen Ebenen im Netz kommuniziert – als „Privatmenschen“, sozusagen. Seit den Wahlerfolgen liest nun allerdings die Presse das alles mit und pickt sich raus, was sich gut skandalisieren lässt – mit den Rückkoppelungseffekten, die du beschreibst.

    Die meisten Leute mit Funktion oder Mandat aus den anderen Parteien haben erst angefangen, zu twittern / im Netz zu kommunizieren, als sie bereits lange Politiker waren, bzw. als solche bekannt wurden. Die sind also ganz von selber vorsichtig und kippen nicht jede persönliche Laune und Spontanreaktion ins Netz – weil sie das ja noch nie getan haben.

    Ich weiß auch nicht, wie man mit diesem Dilemma (= schädliche Transparenz) auf Dauer fertig werden soll. Ob bei den Piraten das Bewusstsein dafür wächst, dass SIE ES SIND, die durch ihre täglichen Äußerungen die „Außendarstellung“ befüttern?

    Es gibt eben bei den Piraten keine Trennung mehr zwischen „innen“ und „außen“ – damit muss man erstmal umgehen lernen.

  26. Endlich ‚mal konkrete Ansagen, könnten wir bitte anfangen, politisch zu arbeiten, wir haben die Tage BPT und noch eine Menge zu tuen!!!
    Cheers HeinZ

  27. /word
    Voll auf den Punkt.

    Mir gehen diese – ich nenne sie mal – “Empörer wegen Kleinigkeiten” ebenfalls voll auf Nüsse.

    Dennoch: Es gibt auch Dinge und Aussagen, die kann man einfach nicht unkommentiert stehen lassen. Was vielen leider fehlt ist die Unterscheidung zwischen “Außendarstellung Kleinscheißfoo”, oder “absoluter Mega FAIL”. Im letzteren Fall darf man nicht die still sein, ersteres nimmt man mit Gelassenheit…

  28. Ich verstehe gut was dich stört. Das zu ändern und einen korrekten, aufmerksamen , respektvollen Umgang miteinander zu pflegen, das empfinde ich als politisches Handeln. Nicht allein das „was tun wir“ sondern als auch „wie tun wir es“ ist in meinen Augen ein wesentliches Element eines neuen menschlichen, themen- und lösungszentrierten Politikstils. Wenn wir das als Gruppe das noch lernen, dann ist das eben so und womöglich, wenn es uns immer besser gelingt, unsere größte politische Tat überhaupt. Das gesellschaftliche Miteinander liegt im Argen. Der Ton in Politik und Gesellschaft ist rüde. Das anders zu gestalten sehe ich als die wichtigste , weil grundlegende ,politische Arbeit die zu tun ist. Nun selber ziemlich wüst zu schimpfen, weil das Neue noch nicht alle draufhaben oder vielleicht gar nicht als wichtig begreifen, ist auch lustig. Ich versuche selbst den Ton zu wählen, den ich mir in der Debatte wünsche und vermisse. Ich wünsche Geduld in alle Richtungen und deutliche und respektvolle Worte und Taten.
    Können auf Befehl klappt selten.
    Ich kann das Neue noch nicht , ich übe es. Das gestehe ich jedem zu.
    Liebe Grüße. Susanne

  29. Würde man da nicht was über NRW oder Berlin lesen, könnte man glauben es geht um Österreich. Wir sind zwar noch nicht ganz so weit, aber fast.
    Ich sehe allerdings solche Krisen auch als Prüfstein. Wenn Ihr das in den Griff bekommt, kann Euch nichts mehr aufhalten :).

    lg
    Chilli

  30. Keine Ahnung, wann ich das letzte Mal etwas inhaltliches von den Piraten gehört habe. Aber lustiges und sinnloses Personenbullshitbingo gibt es JEDEN. EINZELNEN. TAG. Jeden. Seit Monaten. Kein Wunder, dass niemand diese Partei mehr wählen will.

  31. Ich würde es extremst begrüßen, wenn im Zusammenhang mit dem Polit- Kindergarten unreißerische Titel beim Bloggen verwendet werden, dass der Kram nicht in der Vorschau bei WP.dt erscheint. Dachte ich erst. Dann aber: bei den Außerirdischen und anderen Supidubiosen, da passt es schon, weiter so.

  32. Ich wünsche mir sehr, dass sich die Piraten nicht zerreiben lassen. Es wird viele Geben, die daran hohes Interesse haben: „etablierte Parteien“, Lobbyisten die seit Jahren in Berlin den Taktstock schwingen und die ganze Überwachungswahnsinnigen.

    Haltet zusammen! Lasst Euch nicht auseinander dividieren! Konzentriert Euch auf die wichtigen Themen wie Medienkompetenz („das beste Mittel gegen das ‚böse Internet‘) und den Kampf gegen VDS & Co.

    Wombel

    • > Medienkompetenz …

      Wenn ich lese, was so manche Piraten über Twitter absondern, scheint es mit der Medienkompetenz nicht weit her zu sein. Das ist ja teilweise Satire pur.

      Oder sind die Piraten etwa von der TITANIC unterwandert? Wäre zumindest besser als ein von den Rechten unterwanderter „Verfassungsschutz“.

  33. War es nicht die Grundidee der Piraten, dass jeder Schwätzer überall mitschwätzen sollte? Es ist doch klar, dass dann die lautstärksten Dummschwätzer am Ende am besten zu hören sein werden. So funktioniert Demokratie eben nicht, wenn die Lautesten die anderen niederschreien. Demokratie funktioniert nur, wenn man die Regeln einhält, auch die Benimmregeln im Übrigen (beispielsweise: man spricht nacheinander, statt Andersmeinende niederzubrüllen). Im Übrigen: Es ist einfach nur dumm, in einer öffentlichen Position sitzend die sozialen Medien zu nutzen, um Scheißdreck zu quatschen und sich dann zu wundern, dass der Scheißdreck als solcher erkannt wird. Die Piraten selber haben das öffentliche Rumschwätzen kultiviert und sollten sich nicht wundern, wenn andere zurückschwätzen.

  34. Im Prinzip alles soweit fast richtig. Nur sollte der Verfasser „der verschmutzen Gehirn-Zeilen“ und Alle die Ihm „ohne wenn und aber“ zustimmen, erkennen, dass man Unvermögen nicht mit Wahr- heiten ohne Liebe erwidern sollte. Denn nur wenn man liebevoll, abholend die Wahrheit versucht zu sagen, kann man gute Ergebnisse erwarten … Unsre Welt geht mit Riesenschritten dem Ab-
    grund entgegen, weil erschreckend wenig dem VERTRAUEN der unser aller Schicksal in SEINER
    Hand hält. SEINE Geduld, SEINE bedingungslose LIEBE und gewaltige WEISHEIT verhindert bis
    zum Tag „X“ das Schlimmste. CHRISTUS SEGNE alle Leser so wie Sie es aus SEINER Sicht ge-
    rade brauchen. Von Herzen Rolf-Dieter

  35. Danke Spiff, besser hätte man es kaum ausdrücken können! Leider gibt es nicht wenige Piraten, die sich im Grunde nur durch ihren Mitgliedsausweis von den meisten Politikern der etablierten Parteien unterscheiden, indem sie zwar (zurecht) Respekt für die eigene Person einfordern, aber nicht gewillt sind, ihn auch allen anderen gegenüber zu zollen!

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