Political Correctness zersetzt jegliche Zwischenmenschlichkeit

In einem just veröffentlichten Text schreibt Sybille Berg darüber, wie Political Correctness ihr die Interaktion mit anderen Menschen verleidet: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/kolumne-von-sibylle-berg-ueber-politische-korrektheit-a-942246.html

Das ist sehr mutig, denn sie selbst hat keine augenscheinliche Behinderung. Damit macht sie es den Shitstormern einfach, liegt doch hier der Vowurf nahe, sie würde ihr „Privileg“ ausnutzen um „Schwächeren“ etwas vorzuschreiben. Ich finde aber, daß sie ein wichtiges Thema anspricht, was sowohl Menschen mit als auch ohne Behinderung etwas angeht.
Für den politisch korrekten Umgang mit einer Minderheit gibt es in Deutschland ein festes Regelwerk. Bevor man mit der Minderheit in Kontakt tritt, sollte man sich an geeigneter Stelle (z.B. die Webseite einer Organisation, die sich dieser Minderheit widmet) über korrekte Sprach- und Umgangsregeln informiert haben. Wenn man dann auf die Minderheit trifft, soll man in unterwürfiger Demut das zuvor erlente Programm abspulen. Hat das dann überhaupt noch etwas mit zwischenmenschlichem Austausch zu tun oder ist das schon Maschinenwinter? Weiterlesen

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Alice Schwarzers Prositutions Appell im Remix

Das System Hartz IV ist Ausbeutung und zugleich Fortschreibung der traditionell gewachsenen Ungleichheit zwischen Besitzenden und Besitzlosen (und Ländern/Kontinenten). Das System Hartz IV degradiert Menschen zum käuflichen Geschlecht und überschattet die Gleichheit der Menschen. Das System Hartz IV brutalisiert das Begehren und verletzt die Menschenwürde von Männern und Frauen – auch die der sogenannt „freiwilligen“ Arbeitslosen.

Darum fordern wir von Politik und Gesellschaft:

  • Eine Gesetzesänderung, die der Deregulierung von Markt und Kapital schnellstmöglich Einhalt gebietet und die Menschen schützt.
  • Aufklärung über die Folgen von Sklavenhandel und Zeitarbeit bereits in den Schulen etc.
  • Ächtung und, wenn nötig, auch Bestrafung der Entscheider aus Politik und Wirtschaft; also der Menschenkäufer und Investmentbanker, ohne die dieser unmenschliche Markt nicht existieren würde.
  • Maßnahmen, die kurzfristig zur Eindämmung und langfristig zur Abschaffung von Lohnarbeit (z.B. Einführung BGE) führen.

Ein menschenwürdiges Leben ist denkbar.

Global Addiction Conference Pisa 2013 – Part II

Piratige Drogen- und Suchtpolitik

Einer der Schwerpunkte an Tag 2 war das Thema Kosteneffizienz. Kosten in der Medizin sind ein schwieriges Thema. Die Frage, welchen Wert ein Menschenleben hat und wieviel Geld man bereit ist zu investieren um es zu retten, ist eine Frage, mit deren Beantwortung der Orthonormalbürger sich glücklicherweise nicht plagen muß. Allerdings sind medizinische Ressourcen natürlich begrenzt und deshalb muß man sich Gedanken machen, wie man sie sinnvoll verteilt. Auf der Konferenz wurde unter dem Motto „Cost as benefit forgone“ ein Modell vorgestellt, was Prävention und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt rückt.

Chronische Krankheiten (zu denen Suchterkrankungen zählen) sind in der Regel progressiv, das heißt, daß sie sich mit der Zeit verschlimmern. Die Kosten der Behandlung erhöhren sich ebenso mit fortgeschrittener Schwere der Krankheit. Das läßt sich am Beispiel einer Opiatabhängigkeit sehr gut illustrieren. Die benötigte Dosis steigt mit jedem Konsum, der Verweil im Milieu erhöht das Risiko einer Ansteckung mit einer…

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Global Addiction Conference Pisa 2013 – Part I

Piratige Drogen- und Suchtpolitik

Dieses Jahr im März fand die Global Addiction Conference 2013 in Pisa statt zu der ich in Folge meiner sucht- und drogenpolitischen Arbeit für die Piraten eingeladen wurde. Über 4 Tage lang gab es wissenschaftliche Vorträge rund um Suchtmedizin, mit dem Schwerpunkt auf Opiatabhängigkeit.

Am ersten Tag der Konferenz standen Osteuropa und Russland im Mittelpunkt. In den Zeiten der Sowjetunion war die Psychologie und Psychiatrie Teil des Unterdrückungsapparates. Aufgrund dieser Historie trägt dieses Feld auch heute noch starke paternalistische Züge, im Falle von weiblichen Patienten kommt noch Patriarchismus hinzu. Ein generelles Problem ist auch, daß Süchtige nicht unbedingt als Kranke sondern eher als charakterschwache Menschen angesehen werden. Ein paar Zahlen zur Situation von Frauen, die mir besonders im Kopf geblieben sind, sollen die Problematik ein wenig illustrieren:

  • 41% der Ärzte, die mit Abhängigen arbeiten, halten eine Sterilisierung psychologisch kranker Frauen für sinnvoll bzw. gerechtfertigt.
  • 30% der Patientinnen fühlen sich von…

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Offener Brief an die Piratenbasis NRW

Liebe Basis NRW,

der Vorstand NRW hat einen Fail abgeliefert, der so kolossal ist, daß es man es nicht länger unter den Teppich kehren kann. Gemeinsam und mit voller Absicht hat man sich dazu entschlossen, all die anderen Piraten im Land zu belügen. Wenn man sich anschaut, wieviele Vorstandsmitglieder für die Bundestagsliste kandidiert haben, dann liegen die Gründe auf der Hand. Die Parteibasis wurde belogen, damit auf keinen Fall die eigenen Chancen bei der Kandidatur geschmälert werden. Weiterlesen

Ich bin raus

Ich hab mich lange aus Parteipolitik rausgehalten, weil sie mir zuwieder war. Dann kamen die Piraten. Die wollten es anders machen. Ich habe dann da angeheuert. Ich bin auf dem Piratenschiff eingeschlafen und im Gockelland wieder aufgewacht. Kickeriki, Zeit zum Aufstehen. Der Traum ist tot. Weiterlesen

Götterdämmerung, Baby!

Wurde aber auch Zeit. Die Piraten haben in Niedersachsen ordentlich die Hucke voll bekommen und das ist gut so. Vor ab möchte ich sagen, daß es mir ein wenig Leid tut für die tollen Leute aus diesem Landesverband, wie z.B. @crackpille oder @Fritten, der mitverantwortlich war für die geniale Kampagne in Niedersachsen. Es tut mir Leid, daß sie jetzt den Frust haben, den es mit sich bringt, ein Ziel zu verfolgen und es nicht zu erreichen.

Hoffnung für die Piratenpartei

Dennoch ist das Ergebnis von 1,8% ein Hoffnungsschimmer für diese Partei und genau das Ergebnis, was die Piratenpartei als Ganzes verdient hat. Ende 2011 sind die Berliner Piraten ins Parlament eingezogen. Ich behaupte, das haben sie aus eigener Kraft geschafft. Die Berliner Piraten haben es für meine Begriffe verstanden, Themen zu beackern, die den Wählern in ihrem Bundesland/Stadtstaat wichtg sind. Ich erwähne den Stadtstaat hier mit Absicht, weil ich denke, daß das Berliner Milieu besonders gut für Piraten geeignet ist. Weiterlesen